„Es ist ungleich besser, beizeiten Dämme zu bauen, als darauf zu hoffen, dass die Flut Vernunft annimmt.“ (Erich Kästner)
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RFID-Chips verdrängen Strichcodes
Strichcodes könnten bald der Vergangenheit angehören: RFIDs brauchen nicht mehr gescannt werden, sondern funken Infos von selbst - das geht schneller und angeblich völlig fehlerfrei.
Der altgediente Strichcode wird in vielen Unternehmen nun durch die RFID-Technologie ersetzt. Die sogenannte Radiofrequenzidentifikation vereinfacht das Versorgungskettenmanagement und erleichtert es Unternehmen, den Material- und Warenfluss im Blick zu behalten. Im Gegensatz zu Strichcodes müssen RFID-Chips nicht unmittelbar eingescannt werden, sondern senden von selbst Radiowellen aus, wenn sie von einem Empfängergerät angefunkt werden. Das funktioniert über eine Distanz von bis zu 200 Metern. Diese Eigenschaft bewegt viele Unternehmen dazu, auf die RFID-Technologie umzustellen. "Wir sind Zulieferer großer Handelsunternehmen und die wünschen sich RFID-Etiketten", erklärt Hermann Küpferling, Sprecher der Seifenfabrik Algi, gegenüber der Financial Times Deutschland.
Unternehmen, die bereits auf RFID umgestellt haben, sehen den großen Vorteil der Technologie in der Zeitersparnis, die sie mit sich bringt. "Wir konnten den Materialfluss deutlich straffen. Das bringt uns Zeitvorteile von mehreren Stunden und auch die Fehlerquote hat sich deutlich verringert", so Küpferling. Die Technologie verbreitet sich immer weiter, da RFID-nutzende Unternehmen darauf bestrebt sind, dass auch ihre Zulieferer diese Technologie verwenden. Das bietet für Unternehmen den Vorteil eines unternehmensübergreifenden Informationssystems, da auf RFID-Chips auch Informationen hinzugefügt werden können. In Tests des Kontraktlogistikers Pfenning Logistics hat sich gezeigt, dass RFID-Systeme besonders stabil sind, nur eine geringe Fehlerquote aufweisen und sich vor allem an Schnittstellen in der Wertschöpfungskette bewähren.
Da immer mehr Handelsunternehmen auf RFID umstellen, werden bald auch immer mehr Zulieferer diese Technologie einsetzen. Die REWE-Gruppe war eines der ersten Handelsunternehmen, das in einem seiner Distributionslager auf RFID umgestellt haben. Ein Pilotprojekt in Norderstedt im Jahr 2003 hat sich als erfolgreich erwiesen und so hat REWE es auf ein Dutzend Lieferanten und rund 400 Penny-Märkte in Norddeutschland ausgeweitet. Wareneingang, Kommissionierung und Warenausgang werden ausschließlich über RFID abgewickelt. Nun sollen weitere Standorte folgen.
QUELLE: 20.10.2008 | (DiePresse.com)